Aktuell: Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns. Die Nazis konnten am Freitag mit Hilfe der Polizei ihre kurzfristig angemeldete Demonstration durchführen, mussten jedoch aufgrund von Gegenaktivitäten und Blockaden durch unattraktives Gebiet im Norden Magdeburgs laufen. Letztendlich wurde ihre Route verkürzt, weil sich die unangemeldete Vorabenddemo immer weiter in Richtung des Naziaufmarsches bewegte und nur durch massive Angriffe der Polizei am Erreichen des Naziaufmarsches gehindert wurde.
Am Samstag startete um 14 Uhr die antifaschistische Demonstration von Olvenstedt aus in Richtung Innenstadt. Unter dem Motto „Alerta! Gegen jede rechte Mobilisierung! Für eine solidarische Perspektive“ wandten sich bis zu 1000 Menschen kraftvoll gegen Rassismus, Nationalismus und einen erstarkenden Rechtspopulismus. Nach Ende kam es im Stadtgebiet stellenweise zu Angriffen von Nazi-Hooligans auf abreisende Demoteilnehmer*innen.

Ausführlicher Bericht folgt in Kürze.

* Informationen über den Naziaufmarsch am Freitag
* Kurzbericht über den Samstag mit Bildern

Update vom AK Antifa Magdeburg

Immer die aktuellen Infos haben: mit dem Ticker auf Indymedia Linksunten.

Freitag, 16.01.2015

Mittlerweile gibt es zwei Anmeldungen für das neonazistische Gedenken am kommenden Wochenende. Am Freitag den 16. Januar haben Neonazis aus der „Initiative gegen das Vergessen“ einen Aufmarsch angemeldet. Dieser soll von 18 – 22 Uhr statt finden, es gibt jedoch noch keine Informationen darüber wo genau. Die verschiedenen antifaschistischen und bürgerlichen Kundgebungen sind auf der Aktionskarte verzeichnet. Informiert euch bei den Blockadebündnissen BlockMD und Magdeburg Nazifrei über die genauen Treffpunkte.

Samstag, 17.01.2015

Der zweite Aufmarsch wurde von „Die Rechte Magdeburg / Jerichower Land“ angemeldet, jedoch nur für 30 Teilnehmende. Ob es am Samstag tatsächlich einen Aufmarschversuch geben wird, bleibt spekulativ. Wir werden deshalb an der antifaschistischen Demonstration am 17. Januar in Magdeburg-Olvenstedt fest halten. Ab um 11 Uhr gibt es einen Vortreffpunkt auf dem Bahnhofsvorplatz, von dem wir um 12 Uhr mit der Straßenbahn Richtung Olvenstedt fahren werden.
Zu weiteren Anlaufpunkten in der Innenstadt mobilisieren Magdeburg Nazifrei und BlockMD.

Das neonazistische Gedenken zum Desaster machen!

Kommt nach Magdeburg!

AKTIONSKARTE

Versammlung der Nazis für Freitag angemeldet

Neonazis haben in der letzten Nacht einige hundert Plakate in unterschiedlichen Stadtteilen Magdeburgs aufgehängt. Da dies nicht genehmigt war, hat die Stadt die Plakate, die heute Vormittag noch nicht abgerissen waren, abhängen lassen.
Offensichtlich wurden für die Aktion die AfD-Plakate von den letzten Stadtratswahlen verwendet.

Außerdem sickerte am frühen Abend die Information durch, dass die Neonazis für den Jahrestag der Bombardierung am Freitag eine Versammlung angemeldet haben. Informationen darüber, wie diese konkret aussehen soll, werden für morgen erwartet. Offensichtlich wurde die Chance zur Anmeldung (48 Stunden vor der Versammlung) im letzten Moment genutzt. Weitere Informationen werden wir hier veröffentlichen, wenn genaueres über die Naziveranstaltung bekannt ist.

Update zum 17. Januar

Bis jetzt gibt’s keine Demo-Anmeldung von Seiten der Neonazis. Diese Möglichkeiten soll genutzt werden, um mit eigenen Inhalten in die Offensive gehen. Der AK Antifa hat für den 17. Januar eine Demonstration mit dem Motto „Alerta! Gegen Rassismus und Rechtspopulismus!“ angemeldet. Auch in Magdeburg hat sich ein PEGIDA-Ableger formiert und im Stadtteil Olvenstedt machen Bürger_innen zusammen mit Neonazis gegen eine Flüchtlingsunterkunft mobil. Deshalb soll die Demonstration, die sich gegen Rechtspopulismus und rassistische Massenmobilisiserungen richtet, in Olvenstedt, zusammen mit den dort untergebrachten und von Rassismus betroffenen Flüchtlingen, Präsenz zeigen.

Aufruf // Start der Auftaktkundgebung: 12 Uhr // Beginn der Demo: 14 Uhr (pünktlich)

Kurzes Update

Mittlerweile ist das anvisierte Wochenende, an dem der Trauermarsch der Neonazis den Erfahrungen der letzten zehn Jahre nach stattfinden müsste, in weniger als einem Monat. Von Seiten der Faschisten wird offiziell immer noch nicht zum Großaufmarsch mobilisiert.

Gleichzeitig zeichnet sich immer mehr ab, dass demnächst auch in Magdeburg Veranstaltungen nach PEGIDA-Vorbild stattfinden werden. Für Montag, den 22. Dezember 2014 war ein „Spaziergang“ angemeldet worden, der angeblich auf Druck des Staatsschutzes wieder abgesagt wurde. Ursprünglich war von „MAGIDA“ der 5. Januar 2015 als erster öffentlicher Auftritt angekündigt, der jedoch ebenfalls wieder abgesagt wurde. Zuletzt gab es Hinweise darauf, dass eine „MAGIDA“-Demo Mitte Januar und nicht an einem Montag statt finden könnte.

Dass Demonstrationen unter dem widersprüchlichen Label „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung es Abendlandes“ Anknüpfungspunkte für Neonazistrukturen bieten, zeigen die Aktivitäten der Partei „Die Rechte“. Neonazis des „Kreisverband Magdeburg/ Jerichower Land“ verteilten am 19.12.2014 mit dem Ziel, die Bevölkerung gegen geplante Asylunterkünfte in Stadtfeld und Olvenstedt aufzustacheln. Gleichzeitig zeigt die Partei auch Interesse am 17. Januar 2015 und an den „PEGIDA“-Veranstaltungen. Weitere Nazi-Aktionen im Vorfeld des Januar-Wochenendes sind zu erwarten.

An letzten Montag zeigte sich Andy Knape, Anmelder der „Gedenkmärsche“ in den vergangenen zwei Jahren, erstmals wieder öffentlich bei einer rechten Veranstaltung. Neben 17 500 anderen Menschen nahm Knape an der „PEGIDA“-Demonstration in Dresden teil. Zuletzt hatte er – wie andere NPD-Mitglieder nach der Schlappe für die NPD bei der Landtagswahl in Sachsen – seinen Namen von allen Webseiten entfernen lassen und seine Webpräsenzen verändert, sodass keine Hinweise auf seine rechten Aktivitäten mehr vorhanden waren.

Unser Fokus liegt also weiterhin auf dem 17. Januar 2015. Verschiedene Spektren der rechten Szene haben den 17. Januar im Auge und werden versuchen, das gut laufende Label Januar-Aufmarsch in Magdeburg für sich zu nutzen, sollte nicht wie in den letzten 14 Jahren ein „Trauermarsch“ stattfinden. Wir werden an diesem Tag vor Ort sein und jeden rechten Aufzug, egal ob als „Trauermarsch“, „PEGIDA-Spaziergang“ oder ähnliches bezeichnet, zum Desaster machen.